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Prinzipien der angewandten Forschung


Ziele und Grundlagen

Unsere Projekte haben ihren Schwerpunkt in der angewandten Forschung und orientieren sich somit direkt am praktischen Bedarf und Nutzen.

Unsere Ziele sind:

  1. die Entwicklung von effektiven psychologischen Hilfen für Paare und Familien, die zur Erhaltung oder Verbesserung der Beziehungsqualität beitragen
  2. die empirische Überprüfung dieser Maßnahmen, unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Qualitätsstandards, vor dem Hintergrund der praktischen Nutzbarkeit der Forschungsergebnisse
  3. effizienter Transfer in die Praxis und langfristige Qualitätssicherung der Anwendung auch außerhalb des Forschungsrahmens

Gesicherte Grundlagen:

Da wir keine Grundlagenforschung betreiben, sind wir dabei auf bereits vorliegende fundierte Ergebnisse angewiesen, die sicherstellen, dass unsere Projekte keine Experimente darstellen, sondern schon vom Ansatz her Erfolg versprechend sind.

Prinzipien unserer Paartrainings

Unsere Kommunikationstrainings für Paare orientieren sich an den folgenden sieben Prinzipien, die unseres Erachtens entscheidend zum bisherigen Erfolg dieser Angebote beigetragen haben:

  1. Erlernbarkeit

    Im Fokus unserer Paartrainings stehen veränderbare - sprich erlernbare Variablen. Wir können weder die Persönlichkeit der Partner noch deren soziales Umfeld verändern, aber wir können zum Erwerb und Ausbau förderlicher Fertigkeiten im Miteinander-Umgehen beitragen. Denn nicht nur kampf- oder fluchtbetontes und damit langfristig fruchtloses Gesprächsverhalten ist erlernbar, sondern tröstlicher weise auch klärende und wertschätzende partnerschaftliche Kommunikation.

  2. Früher Ansatz

    Der Präventionsgedanke gewinnt heute in vielen Lebensbereichen an Bedeutung, so auch im Bereich Partnerschaft. Erstrebenswert ist den Paaren Fertigkeiten für die Bewältigung psychischer Probleme und zwischenmenschlicher Konflikte zu vermitteln, noch ehe sich negative Interaktionsmuster verfestigt haben und ein Umlernen immer schwieriger wird.

  3. Ressourcenorientierung

    Natürlich möchten wir nicht, dass sich Paare nur mit ihren Problemen und Defiziten beschäftigen, sondern ganz bewusst auch eigenen Stärken wieder besser wahrnehmen und ausbauen können. Die Interventionen sind daher so ausgerichtet, dass sie stets an positiven Möglichkeiten und Motivationen der Partner anknüpfen.

  4. Unmittelbarer Lernerfolg und Nachhaltigkeit

    Die Partner müssen nicht nur einsehen, was sinnvoll ist und gut tut, sie müssen es auch spüren können. Dies bedeutet Methoden einzusetzen, die es den Paaren ermöglichen, durch intensive Erfahrung und echtes Einüben einen unmittelbaren Nutzen zu erleben. Und zwar direkt mit dem eigenen Partner. Nur so kann man davon ausgehen, dass die vermittelten Inhalte auch dauerhaft gelernt werden und im Alltag Anwendung finden.

  5. Ökonomie

    Grundprinzip unserer Programme ist eine hohe Lernintensität und eine geringe Zeitintensität. Zeitlich überschaubare Angebote werden von den Paaren viel eher angenommen. Ein systematischer Aufbau und die Intensität der Maßnahmen sollen in relativ kurzer Zeit relativ große Lernerfolge für relativ lange Zeit ermöglichen. So können die Kosten der konzipierten Maßnahmen im Verhältnis zum nachweisbaren Nutzen sehr gering gehalten werden.

  6. Überprüfung und Qualitätssicherung

    Der Nutzen des Angebotes sollte wirklich nachweisbar sein. Dabei konzentrieren wir uns auf drei Kriterien: Kommunikationsqualität, Ehequalität und Ehestabilität. Und hier wollen wir auch die Nachhaltigkeit der Effekte durch langfristige Erhebungszeiträume erfassen. Langfristige Sicherung der Qualität erfolgt durch eine sorgfältige und zertifizierte (Zusatz-) Ausbildung und andererseits durch verpflichtende Supervisionsveranstaltungen für alle Trainer.

  7. Kontrollierte Verbreitung

    Ein weiteres Markenzeichen unserer Programme besteht darin, dass wir von Anfang an auf eine möglichst große und zugleich qualifizierte Verbreitung achten und deshalb die Organisationsstrukturen potentieller Anbieter schon bei der Konzeption berücksichtigen. Diese finden wir im Wesentlichen innerhalb unserer kirchlichen Strukturen, allerdings mit regional großen Unterschieden.

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